Brexit 116 t 1551110717930 v 16to9 retina

Brexit beschert Frankfurt tausende neue Jobs

Der Brexit hat Frankfurt als Finanzplatz offenbar deutlich gestärkt. Mehr als 60 ausländische Banken hätten sich seit dem EU-Austritt Großbritanniens neu in der Mainmetropole angesiedelt oder ihre Standorte ausgebaut, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. "Dazu zählen große US-Banken wie J.P. Morgan, Morgan Stanley und Goldman Sachs.“ Auch zahlreiche japanische, Schweizer und britische Geldhäuser seien nach Frankfurt gekommen.

Viele dieser Geldhäuser hatten ihr Europageschäft zuvor über London abgewickelt. Durch den Brexit wurde das deutlich komplizierter. Um ihre Kundinnen und Kunden in der EU weiter bedienen zu können, verlagerten zahlreiche Banken deshalb Teile ihres Geschäfts von Großbritannien auf das europäische Festland – unter anderem nach Frankfurt.

Am 23. Juni 2016 hatte eine Mehrheit der britischen Bevölkerung für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Danach warb unter anderem die Standortinitiative Frankfurt Main Finance gezielt für den Finanzplatz Frankfurt und richtete eine Hotline ein. Zu der Initiative gehören das Land Hessen, mehrere Kommunen aus dem Rhein-Main-Gebiet sowie verschiedene Banken.

Für Frankfurt entwickelte sich der Brexit offenbar auch wirtschaftlich zum Vorteil. Allein in der Finanzbranche seien dadurch rund 15.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden, heißt es bei Frankfurt Main Finance. Weitere 45.000 Jobs seien in eng verbundenen Bereichen wie Recht, Beratung und IT hinzugekommen.

Außerdem profitiert die Stadt nach eigenen Angaben finanziell vom Brexit. "60 Prozent unserer Gewerbesteuereinnahmen stammen aus der Finanzindustrie“, erklärt Frankfurts Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne).

"Im vergangenen Jahr waren das rund 1,8 Milliarden Euro – 2016 lagen wir noch bei 1,4 Milliarden Euro." Ein Teil dieses Zuwachses sei wohl auch auf den Brexit zurückzuführen.

Darüber hinaus benötigen die zugezogenen Banken zusätzliche Büroflächen. Vor allem Immobilien in zentraler Lage wie der Frankfurter Innenstadt seien gefragt, sagt Bergerhoff. Das Problem leerstehender Bürogebäude habe sich dadurch abgeschwächt. Zudem seien rund 360.000 bis 400.000 Quadratmeter hochwertige Büroflächen neu geschaffen worden oder derzeit in Planung.

Im Wettbewerb um Banken aus London konkurriert Frankfurt vor allem mit Dublin, Amsterdam, Paris und Luxemburg. Dennoch könne sich Frankfurt als führender Finanzplatz in der Europäischen Union behaupten, meinen sowohl die Stadt als auch Frankfurt Main Finance.

"Die erste Halbzeit haben wir gewonnen", sagt Bergerhoff. Auch künftig könnten Banken weitere Arbeitsplätze nach Frankfurt verlagern – etwa in Verwaltungsbereichen.

Rückblickend sieht Hubertus Väth aber auch Versäumnisse. "Wir hatten keine gute Willkommenskultur, die Prozesse waren oft nicht schnell und erst recht nicht digital", sagt er. Neuankömmlinge hätten teilweise monatelang auf Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse warten müssen. Manche hätten sich deshalb gegen Frankfurt entschieden.

Künftig wolle man internationale Fachkräfte besser unterstützen. Deshalb soll in Hessen ab Herbst eine neue zentrale Stelle die Arbeit aufnehmen und die Einwanderung deutlich vereinfachen.

Quelle: hessenschau.de

Latest news.
Alte Oper early Was Käufer 2025 für Immobilien in Frankfurt bezahlten

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft auch im Frankfurter Immobilienmarkt immer weiter auseinander. Während im Jahr 2025 immer mehr Wohnungen zum Millionenpreis gehandelt wurden, brach die Zahl der Neubauten ein. Das geht aus einer Analyse des Maklers Von Poll Immobilien hervor, die auf Daten der Gutachterausschüsse zu getätigten Transaktionen basiert.

>>> mehr lesen
Miet und weg recht 512x310 1 Kabinett beschließt neue Mietrechtsregeln

Den Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) zur Neuregelung von möbliertem Wohnen und Indexmieten hat diesen Mittwoch das Bundeskabinett beschlossen. Leichte Änderungen am ursprünglichen Entwurf wurden vorgenommen.

>>> mehr lesen
Adobe Stock 221176745 web Immobilienpreise ziehen wieder an und nähern sich Rekordniveau

Die Immobilienpreise in Deutschland nähern sich nach Daten von finanzierenden Banken wieder Rekordniveaus aus Boomzeiten. Im Schlussquartal 2025 verteuerten sich Wohnungen und Häuser um 4,2 Prozent zum Vorjahresquartal, wie aus dem Index des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) hervorgeht. Er beruht auf realen Abschlüssen von mehr als 700 Banken.

>>> mehr lesen
EZB sw Zinsdynamik am Immobilienmarkt: Warum die Renditen der Bundesanleihen wichtiger sind als die EZB-Leitzinsen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute entschieden, die Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau zu belassen. Für Immobilienkäuferinnen- und käufer ist der Blick auf die Renditen der 10-jährigen Bundesanleihe jedoch deutlich erkenntnisreicher.

>>> mehr lesen
Alle News
immobilienscout24 gold wappen