Bürogebäude sind durch viel Arbeit aus dem Homeoffice derzeit auf dem Markt kaum gefragt. Dennoch plant Frankfurt am Main, 10 neue Wolkenkratzer zu bauen und 4 aufzustocken. Dies hat einen bestimmten Grund.
1,083 Millionen Quadratmeter Bürofläche sind in Frankfurt derzeit ungenutzt, was einer Leerstandsquote von 9,4 Prozent entspricht. Dennoch sind zahlreiche neue Büros geplant. Florian Reiff, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Tishman Speyer Deutschland ist für einige davon verantwortlich und zuversichtlich, dass der Büro-Bau ein Erfolg wird. Man erwarte eine Zweiteilung am Markt, so Reiff. Veraltete, unsanierte Gebäude würden weiter leerstehen, aber moderne Gebäude in guten Lagen dafür immer gefragter. Suat Kurt, Regionalmanager bei JLL nennt das Problem beim Namen: Alles was älter ist als 20 Jahre, lasse sich nicht mehr vermarkten, doch Vorzeigeobjekte seien die Gewinner.
Mietflächen, Leerstand, Entwicklungsplan: Mit der „Highrise-Study Frankfurt“ beleuchtet C&W die Hochhäuser der Mainmetropole. Zum Ende des ersten Quartals 2024 waren in Frankfurt am Main 52 Hochhäuser mit einer Höhe über 45 Metern in Betrieb. Ihre Büroflächen von zusammen 1,77 Millionen Quadratmetern entsprechen 15 Prozent des Büroflächenbestandes des Frankfurter Marktes, so eines der Ergebnisse der Analyse „Highrise-Study Frankfurt“ von Cushman & Wakefield (C&W). Für die Studie wurden mehr als 500 von C&W erfasste Mietverträge ausgewertet.
Neben den bestehenden Bürohochhäusern dieser Größenordnung in innerstädtischen Lagen flossen weitere fünf Objekte dieser Kategorie, die sich bereits im Bau befinden, bis 2028 fertigstellt und dann rund 182.000 Quadratmeter umfassen sollen, in die Untersuchung ein.
„Traditionell spielen Hochhäuser eine wichtige Rolle für den Frankfurter Büromarkt. Sie symbolisieren nicht nur Frankfurts Funktion als Finanzzentrum, sie sind auch bei zahlreichen Nutzern als repräsentative Büros begehrt“, sagt Tina Reuter, Head of Germany von C&W. „In den Hochhäusern werden die Höchstmieten des Marktes von monatlich über 50 Euro pro Quadratmeter erzielt und in den vergangenen Jahren wurde die Skyline durch zahlreiche Projekte verdichtet.“
Rund 51 Prozent beziehungsweise 875.000 Quadratmeter – und damit mehr als die Hälfte der Bürofläche in Hochhäusern – wird durch Banken und Finanzdienstleister genutzt. Mit dem Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Stadt ihre Stellung als Finanz- und Bankenzentrum weiter gestärkt. Größte Nutzer aus dieser Branche sind die Europäische Zentralbank (EZB), die DZ Bank, die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Bank. Mit großem Abstand folgen auf Platz 2 Anwälte und Notare mit einem Anteil am Hochhausflächenbestand von zwölf Prozent beziehungsweise rund 212.000 Quadratmetern.
Die Anzahl der Mieter in Hochhäusern summiert sich auf insgesamt rund 500. Die fünf größten davon sind Banken. Insgesamt besteht am Hochhausmarkt in Frankfurt eine erhebliche Konzentration auf wenige Großnutzer. So belegen die größten zehn Nutzer insgesamt 44 Prozent der Bürofläche, die 20 größten Nutzer 55 Prozent.
Betrachtet man die Branchenverteilung innerhalb der Hochhäuser nach Etagen, wird deutlich, dass ab der 45. Etage ausschließlich Banken und Finanzdienstleister, Anwälte sowie Beratungsgesellschaften angemietet haben. Bei Betrachtung aller Etagen sind Banken und Finanzdienstleister immer die dominierende Branche. Nur durch die Deutsche Bahn im „Silberturm“ ist auch der Transport, Verkehr und Logistiksektor bis in die 39. Etage vertreten. „Generell gilt: Je niedriger die Etage, desto diversifizierter ist die Branchenverteilung“, stellt Tina Reuter fest. Quelle: Cushman & Wakefield, Studie „Highrise-Study Frankfurt“ sowie Handelsblatt
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